Wein-Blogger Konferenz (EWBC 2011) in Brescia

Diesmals sind es über 200 Wein-Blogger aus aller Welt, die sich für zwei Tage zu einem einzigartigen Event – European Wine Bloggers Conference (EWBC) 2011 – treffen, dieses Jahr in Brescia (Italien, Franciacorta). Einige sind alte Bekannte, die von Kopf bis Fuss Wein lieben und die Gelegenheit nutzen, hier mit anderen Weinbloggern zu fachsimpeln und sich über die neuesten Entwicklungen im Web bzw. in der Weinwelt auszutauschen. Die Weinproduzenten aus der Gegend präsentieren „franciacorta“, ein italienischer Schaumwein der allerersten Liga. Eine Blindverkostung zusammen mit guten Champagnern wäre sicherlich eine hochinteressante Erfahrung.

Warum fahren 200 Blogger aus über 40 Ländern zu einer Konferenz nach Italien, um dort Tag und Nacht Wein zu probieren und sich auszutauschen?
Die Antwort ist überraschend einfach: „wie kann ich mit coolen Weinliebhaber ein Wochenende lang Weine probieren, eine wunderschöne Weinregion kennenlernen, gutes Essen geniessen und das alles für fast kein Geld?“ Was wollen die Blogger in Brescia erreichen? Also fragen wir sie einfach, die Antworten kommen prompt und sind vielfältig:
– Freunde treffen
– So viele Weine wie möglich probieren
– Winzer treffen
– Eine typische Weinregion kennenlernen
– Ich bin auf der Durchreise und nehme diese Erfahrung mit
– Ich möchte mehr über die neuesten Entwicklungen in der Welt der Wein-Blogger kennenlernen.

Das alles sind erwünschte Antworten, die ein wichtiges und gemeinsames Ziel vertuschen: Die Wein-Blogger verdienen ihr Geld mit anderen Aktivitäten als bloggen, sie bloggen aus Leidenschaft und sie würden aus dieser brotlosen Kunst gerne einen Beruf machen.

Mehr Bio geht nicht: Cascina Belmonte in Muscoline

cascina belmonteHeute möchte ich Euch ein Weingut vorstellen, das durch und durch ökologisch Weine anbaut und sehr überzeugend zeigt, dass gerade Bio-Weine auch exzellent schmecken können – Cascina Belmonte von Enrico di Martino in Muscoline beim Gardasee.

Der Vater des heutigen Winzers Enrico di Martino kam aus Sizilien in diese Gegend und war überwältigt vom tiefen, satten Grün und vom Duft zwischen den sanften Hügeln. Er erinnert sich „… im Herbst mit satten Farben und reichen Aromen ging ich unter einem nicht enden wollenden Regen fallender Blätter, der auf meine Füße nieder fiel. Ich verlor jegliches Zeitgefühl und da beschloss ich, dass ich hier für immer bleiben würde und auf den Frühling mit neuen Kornblumen und Primeln warten würde …“

Genau diese magische Umgebung möchte Enrico heute erhalten und verzichtet konsequent auf alle Herbizide und verwendet stattdessen biologische Methoden der Schädlingsbekämpfung. Diese Haltung ist nicht einfach nur Mode und Marketing-Argument – sie entspricht bei ihm einer Überzeugung und Weltanschauung. Daher ist es nur konsequent, dass die cascina auf Ihre Fahnen schreibt „Ethik, nicht Etikette“. Das Gespräch mit dem jungen Winzer kommt dementsprechend schon sehr bald auf Themen wie Gerechtigkeit, Naturschutz, Globalisierung und Ökologie. Es sind diese Themen, die den jungen Winzer fest im Griff haben und die auch die Überzeugung des gesamten Teams in der Cascina Belmonte widerspiegeln.

Dieses Team bearbeitet 6 ha und produziert 15.000 Flaschen jährlich. Diese 15.000 Flaschen haben es in sich – sie sind einmal mehr der Beweis dafür, dass es abseits der ausgetretenen Pfade von Merlot, Grenache und Cabernet-Sauvignon auch interessante autochtone Rebsorten zu entdecken gibt. Vier Rotweine, einen Weißwein und einen Roséwein produzieren die jungen Weinbegeisterten in der Cascina Belmonte. Zwei interessante Weine sind ausschließlich aus regionalen Weintrauben gekeltert, der „Singia“ aus 100% Rebo und der „Marzemino“ aus 100% Marzemino. Besonders der Singia hat mir persönlich gut gefallen, er hat eine fruchtige Frische mit einem Hauch Würze, ein interessanter Wein ohne Schnick-Schnack und ohne Barrique-Ausbau, er ist ein Wein für viele Gelegenheiten.

Einen ganz besonderen Wurf ist der Cascina Belmonte mit dem „San Giovanni Riserva“ gelungen, einem Cuvée aus Cabernet, Rebo, Marzemino und Merlot. Ein üppiges, fruchtiges Bouquet nach Kirschen, Waldbeeren, etwas Vanille und auch Marzipan lässt schon ahnen, dass dieser Wein etwas Besonderes ist. Im Geschmack zeigt er, dass er ein Jahr in einem Holzfass gelagert wurde und überzeugt durch eine wunderbare Ausgewogenheit und einen langen Abgang. Dieser Wein bleibt mir noch lange im Gedächtnis. Ein Wein, der sehr überzeugend beweist, dass „Bio“ auch beim Wein exzellente Qualität hervorbringen kann.

Serie „Weintrauben“ Nr. 4: italienische Traubensorten

Mit einer Anbaufläche von ca. 800.000 ha gehört Italien zu den größten Weinproduzenten der Welt. Die Anbaufläche ist allerdings zurückgegangen, im Jahr 1990 waren es noch über 1.000.000 ha und im Jahr 2000 waren es noch über 860.000 ha. Was die Menge des jährlich produzierten Weines betrifft, so ist Italien zusammen mit Frankreich an der Spitze der weinproduzierenden Ländern mit über 40 Mio hl. Italien hat eine außerordentliche Vielfalt an Traubensorten, die am meisten verbreiteten davon sind:

Rotweine

  • Sangiovese
  • Montepulciano
  • Barbera

Weissweine

  • Trebbiano
  • Cataratto
  • Garganega

Sangiovese: Der Name „Sangiovese“ stammt vom lateinischen Sanguis Jovis (das Blut Jupiters), die Traube wurde aber schon vor 2.500 Jahren von den Etruskern angebaut. Die SangioveseTraube hat sich in der Heimat der Etrusker behauptet – in der heutigen Toskana. Die bekanntesten Sangiovese Weine sind der Brunello die Montalcino und die Chianti-Weine.

Montepulciano: Die Traubensorte Montepulciano wird häufig irrtümlicherweise mit dem Ort Montepulciano in der Toskana und dem von dort stammenden „Vino Nobile die Montepulciano“ in Verbindung gebracht. Der bekannteste Wein aus den Trauben Montepulciano stammt aber hauptsächlich aus den Abruzzen und heißt deswegen auch „Montepulciano d’Abruzzo“.

Barbera: Diese Traubensorte wird hauptsächlich in den Regionen Piemont, Lombardei und Emilia-Romagna im Norden Italiens zu sortenreinen Weinen verarbeitet, ist aber auch in anderen Regionen und in anderen Weinanbaugebieten (wie etwa in Kalifornien, Argentinien und Südafrika) vertreten. Der Barbera wird zu in einigen sortenreinen DOCG-Weinen verarbeitet, von denen die bekanntesten die Bezeichnungen Barbera d’Alba, Barbera d’Asti, Barbera del Monferrato tragen.

Trebbiano: Die Traubensorte Trebbiano ist in Italien und in Frankreich (dort bekannt als Ugni Blanc) die wichtigste weiße Traubensorte. Sie ist widerstandsfähig gegen Frost und liefert einen hohen Ertrag und Weine mit wenig Alkohol, aber kräftiger Säure. Aus den Trebbiano-Trauben werden selten sortenreine Weine hergestellt, sie ist in Italien aber in sehr vielen DOC-Weinen vertreten. Nicht nur Wein entsteht aus der Trebbiano-Traube, auch der berühmte „Aceto Balsamico“ wird daraus produziert und in Frankreich wird aus dem überwiegenden Teil der Ernte gar kein Wein hergestellt, sonder Cognac.

Cataratto: Diese weiße Traubensorte ist im Süden Italiens – in Sizilien und Kalabrien – eine wichtige Traubensorte. Sie wird in seltenen Fällen zu sortenreinen Weinen verarbeitet, ist aber in vielen Weißweinen vertreten und hat im DOC-Wein „Alcamo“ sogar den Hauptbestandteil.

Garganega: Die Traubensorte Garganega wird hauptsächlich in der Region Veneto angebaut, dort findet man sie beispielsweise in den DOC Weinen „Soave classico“.

Billig und gut – geht das?

Bei der Suche nach günstigen Weinen (unter 4 EUR) haben ich bei einigen regionalen Weinhändlern etwa ein dutzend Rotweine eingekauft und mit einigen Freunden probiert. Die meisten der Rotweine möchte ich hier gar nicht erwähnen, denn wir haben sie nur probiert und allesamt gleich weggeschüttet. Schade, dafür waren selbst weniger als 4 EUR pro Flasche noch zu viel. Nur einen haben wir als akzeptablen Wein in der engeren Auswahl behalten.

Der Biowein  „Il Sole, IGT Veneto, 2008, Azienda Agr. Mont’Albano“ ist unserer Meinung nach ein passabler Tafelwein für weniger als 4 EUR, der den Erwartungen zumindest entsprochen hat. Er ist einfach, ohne besondere Merkmale, aber harmonisch. Wir (das sind insgesamt 7 Freunde und Familienmitglieder) geben dem Wein ein gute 6 auf der wine-check-Skala von 0 bis 10.

Insgesamt waren wir aber sehr enttäuscht von den probierten Weinen (alle unter 4 EUR). Gibt es tatsächlich keine akzeptablen Weine für wenig Geld, die zumindest als annehmbare Tafelweine zu bewerten sind? Wie sind Eure Erfahrungen?

Malbec – die argentinische Diva der Weintrauben

Artikel Nr. 5 zur FIFA-WM 2010

Alte Traube in der neuen Welt

Ursprüngliche Heimat des Malbec ist Frankreich, wo diese Traube auch heute noch im Bordeaux-Gebiet und in andern Weinregionen im Süden angebaut wird. Sie wird häufig zusammen mit Merlot gekeltert, da der Malbec alleine einen sehr intensiven und durchaus eckigen Charakter haben kann.
Die grösse Anbaufläche des Malbec befindet sich heute in Argentinien, wo diese Rebsorte beste Bedingungen findet, denn diese Traube ist frostanfällig. In Argentinien werden viele reine Malbec-Weine hergestellt, die eine intensiv dunkle schwarzrote Farbe besitzen und sehr körperreich sind. Diese Weine finden viele Liebhaber unter jenen, die volle, intensive Weine mit starkem, beerigen Bouquet und vielfältigem Geschmack sowie langem Abgang mögen.

Malbec in der alten Welt

Diese Traubensorte wird weiterhin in Frankreich (Bordeaux, Languedoc, Loire) angebaut, aber auch in Italien in der Toskana keltert die Fattoria Aldobrandesca einen 100% Malbec.

Italien startet verhalten in die WM 2010

Artikel Nr. 2 zur FIFA-WM 2010

Was die Italiener gegen Paraguay gezeigt haben, war eindeutig eines amtierenden Weltmeisters nicht würdig. Ein eher schwaches Gekicke, ohne Spielfreude und ideenlos. Da können wir wohl auf eine deutliche Steigerung der Azzurri hoffen. Als Weinland bietet Italien deutlich mehr Variation – zum Beispiel einen Amarone.

Amarone

Schon der Name lässt mehrere Interpretationen zu „amaro“ bedeutet bitter aber der Name erinnert genauso an „ti amo“ (= ich liebe Dich).
Dieser Wein punktet durch ausserordentliche Fülle und Intensität im Geruch, häufig ein Geruch nach schwarzen Beeren, Dörrpflaumen, Rosinen und Kirschen. Der intensive Geruch stammt von den besten Trauben der Sorten Corvina, Rondinella und Molinara, die nach der Lese mehrere Monate getrocknet werden.
Im Geschmack zeigt der Amarone durchaus auch Ecken, erinnert manchmal an Lebkuchen oder Bittermandeln und bietet einen langanhaltenden Abgang. Auch wer diesen fülligen und intesiven Wein nicht mag, der erinnert sich noch lange an das Erlebnis.
Der Amarone stammt aus dem Valpolicella (Venetion in Norditalien) und kann viele Jahre gelagert werden, da er komplett vergoren wird und einen hohen Alkoholgehalt aufweist.