Alkoholkonsum deutscher Jugendlicher ist rückläufig

Die neueste Veröffentlichung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) bestätigt einen erfreulichen, langfristigen Trend: der regelmäßige Alkoholkonsum unter den deutschen Jugendlichen ist weiter zurückgegangen. Im vergangenen Jahr tranken 34,5% der jungen Erwachsenen mindestens einmal wöchentlich Alkohol, das ist der geringste Anteil seit Beginn dieser regelmässigen Befragung in den 70er Jahren.

Trotz dieses erfreulichen Trends finden sich in der jüngst veröffentlichen Studie der BZGA auch einige die bedenkliche Feststellung zum weiterhin hohen „täglichen Konsum riskanter Alkoholmengen“, dazu gehört auch das sogenannte „Komasaufen“. Das ist der Alkoholkonsum, der über den als unbedenklich geltenden Menge für Erwachsene liegt und deshalb bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders gefährlich ist.

Jeder siebte 16- bis 17-Jährige und jeder fünfte 18- bis 21-Jährige konsumiert täglich eine Alkoholmenge, die das Risiko für gesundheitliche Schäden erhöht und deutlich über dem empfohlenen Grenzwert des relativ unbedenklichen täglichen Konsums liegt. Bei Männern liegt dieser Grenzwert beispielsweise bei 24 g Alkohol (das entspricht ca. 0,5 Liter Bier oder ca. 0,25 Liter Wein).
Die BZGA gibt deshalb auch keine Entwarnung und setzt weiter auf Prävention und startet die bundesweite Informationstour „Alkohol? Kenn dein Limit“.

(Mehr Informationen dazu unter www.kenn-dein-limit.de)

Weinjahrgang 2010 – ausser Spesen nichts gewesen?

Bei verschiedenen Weinproben in Wien und München im Herbst 2010 habe ich über 100 Winzer getroffen und sie auf die Ernte 2010 angesprochen. Die Winzer aus Österreich und Deutschland haben nahezu alle ein miserables Jahr für das Wachstum der Trauben erlebt, der Sommer war viel zu nass. Deshalb sind die Erträge – zumindest betreffend Quantität – eher bescheiden ausgefallen. Nimmt man die Quintessenz aller Aussagen, so entspricht die Menge der geernteten Trauben einer Einbusse von ca. 20% bis 40%, in manchen Fällen wurde sogar „die Hälfte“ erwähnt. Das alleine sagt nun aber noch nichts über die Qualität aus, denn eine grobe Faustregel im Weinbau besagt, dass Menge und Qualität gewissermassen zwei Seiten einer Waage entsprechen, also „wenig Menge = mehr Qualität“. Aber ist das auch im regenreichen Jahr 2010 so?

Diese Frage habe ich auch den Winzern gestellt: Wie schätzen Sie die Qualität des Jahrgangs 2010 ein? Manchmal kam als Antwort ein betretenes, fast verlegenes Lächeln. Schon weit häufiger sind die Winzer zweckoptimistisch, dass der Jahrgang 2010 zwar vielleicht nicht der Beste wird, aber sich durchaus sehen lassen kann und die Weine auch mindestens eine durchschnittliche Qualität erreichen. Einige schon bereits probierte Weissweine aus diesem Jahrgang haben diesen Eindruck durchaus bestätigt, auch wenn die Weine erst gerade abgefüllt waren und deshalb ihren späteren Charakter allenfalls erahnen lassen. Es lässt sich insgesamt feststellen, dass die Winzer nach der Weinlese 2010 mehr als sonst gefordert sind, ihre Erfahrung und ihr Können unter Beweis zu stellen, denn in diesem Jahr wird die einfache Formel „wenig Menge = gute Qualität“ nicht ohne weiteres zutreffen.

Serie „Weintrauben“ Nr. 3: deutsche Traubensorten

In Deutschland haben sich in den letzten 10 Jahren klare „Favoriten“ unter den Traubensorten gebildet. Bei den Rotweinen ist dies der Spätburgunder und bei den Weissweinen der Riesling. Von der insgesamt ca. 100.000 ha Weinanbaufläche nehmen die Weissweintrauben ca. 2/3 der Fläche ein und die Rotweintrauben ca. 1/3. Die beiden häufigsten weissen Traubensorten zusammen (Riesling und Müller-Thurgau) werden in etwa gleich viel angebaut wie sämtliche roten Traubensorten zusammen:

Weissweine:

  • Riesling, 22.434 ha (34,5% aller weissen Trauben)
  • Müller-Thurgau, 13.721 ha (21,1% aller weissen Trauben)
  • Silvaner, 5.236 ha (8,0% aller weissen Trauben)

Rotweine:

  • Spätburgunder, 11.800 ha (31,7% aller roten Trauben)
  • Dornfelder, 8.101 ha (21,8 aller roten Trauben)
  • Portugieser, 4.354 ha (11,7% aller roten Trauben)

Quellen: Bundesamt für Statistik, Deutsches Weininstitut
(Zahlen von 2008)