Serie „Weintrauben“ Nr. 4: italienische Traubensorten

Mit einer Anbaufläche von ca. 800.000 ha gehört Italien zu den größten Weinproduzenten der Welt. Die Anbaufläche ist allerdings zurückgegangen, im Jahr 1990 waren es noch über 1.000.000 ha und im Jahr 2000 waren es noch über 860.000 ha. Was die Menge des jährlich produzierten Weines betrifft, so ist Italien zusammen mit Frankreich an der Spitze der weinproduzierenden Ländern mit über 40 Mio hl. Italien hat eine außerordentliche Vielfalt an Traubensorten, die am meisten verbreiteten davon sind:

Rotweine

  • Sangiovese
  • Montepulciano
  • Barbera

Weissweine

  • Trebbiano
  • Cataratto
  • Garganega

Sangiovese: Der Name „Sangiovese“ stammt vom lateinischen Sanguis Jovis (das Blut Jupiters), die Traube wurde aber schon vor 2.500 Jahren von den Etruskern angebaut. Die SangioveseTraube hat sich in der Heimat der Etrusker behauptet – in der heutigen Toskana. Die bekanntesten Sangiovese Weine sind der Brunello die Montalcino und die Chianti-Weine.

Montepulciano: Die Traubensorte Montepulciano wird häufig irrtümlicherweise mit dem Ort Montepulciano in der Toskana und dem von dort stammenden „Vino Nobile die Montepulciano“ in Verbindung gebracht. Der bekannteste Wein aus den Trauben Montepulciano stammt aber hauptsächlich aus den Abruzzen und heißt deswegen auch „Montepulciano d’Abruzzo“.

Barbera: Diese Traubensorte wird hauptsächlich in den Regionen Piemont, Lombardei und Emilia-Romagna im Norden Italiens zu sortenreinen Weinen verarbeitet, ist aber auch in anderen Regionen und in anderen Weinanbaugebieten (wie etwa in Kalifornien, Argentinien und Südafrika) vertreten. Der Barbera wird zu in einigen sortenreinen DOCG-Weinen verarbeitet, von denen die bekanntesten die Bezeichnungen Barbera d’Alba, Barbera d’Asti, Barbera del Monferrato tragen.

Trebbiano: Die Traubensorte Trebbiano ist in Italien und in Frankreich (dort bekannt als Ugni Blanc) die wichtigste weiße Traubensorte. Sie ist widerstandsfähig gegen Frost und liefert einen hohen Ertrag und Weine mit wenig Alkohol, aber kräftiger Säure. Aus den Trebbiano-Trauben werden selten sortenreine Weine hergestellt, sie ist in Italien aber in sehr vielen DOC-Weinen vertreten. Nicht nur Wein entsteht aus der Trebbiano-Traube, auch der berühmte „Aceto Balsamico“ wird daraus produziert und in Frankreich wird aus dem überwiegenden Teil der Ernte gar kein Wein hergestellt, sonder Cognac.

Cataratto: Diese weiße Traubensorte ist im Süden Italiens – in Sizilien und Kalabrien – eine wichtige Traubensorte. Sie wird in seltenen Fällen zu sortenreinen Weinen verarbeitet, ist aber in vielen Weißweinen vertreten und hat im DOC-Wein „Alcamo“ sogar den Hauptbestandteil.

Garganega: Die Traubensorte Garganega wird hauptsächlich in der Region Veneto angebaut, dort findet man sie beispielsweise in den DOC Weinen „Soave classico“.

Serie „Weintrauben“ Nr. 3: deutsche Traubensorten

In Deutschland haben sich in den letzten 10 Jahren klare „Favoriten“ unter den Traubensorten gebildet. Bei den Rotweinen ist dies der Spätburgunder und bei den Weissweinen der Riesling. Von der insgesamt ca. 100.000 ha Weinanbaufläche nehmen die Weissweintrauben ca. 2/3 der Fläche ein und die Rotweintrauben ca. 1/3. Die beiden häufigsten weissen Traubensorten zusammen (Riesling und Müller-Thurgau) werden in etwa gleich viel angebaut wie sämtliche roten Traubensorten zusammen:

Weissweine:

  • Riesling, 22.434 ha (34,5% aller weissen Trauben)
  • Müller-Thurgau, 13.721 ha (21,1% aller weissen Trauben)
  • Silvaner, 5.236 ha (8,0% aller weissen Trauben)

Rotweine:

  • Spätburgunder, 11.800 ha (31,7% aller roten Trauben)
  • Dornfelder, 8.101 ha (21,8 aller roten Trauben)
  • Portugieser, 4.354 ha (11,7% aller roten Trauben)

Quellen: Bundesamt für Statistik, Deutsches Weininstitut
(Zahlen von 2008)

Serie „Weintrauben“ Nr. 2: spanische Traubensorten

Spanien hat die größte Weinanbaufläche aller Weinerzeugerländer mit ca. 1,2 Mio. ha. Anbaufläche. Obwohl Spanien unter Weinliebhabern sehr bekannt ist als Rotwein-Land, hat Spanien die größte Weissweinproduktion weltweit.

Rotweine

  • Tempranillo: Berühmte Vertreter sind die Rioja-Weine.
  • Grenache (Garnacha Tinto): Diese Traubensorte ist hauptsächlich im Norden von Spanien zu finden. Sie hat sich auch im Süden von Frankreich etabliert.
  • Bobal: Es entstehen daraus kaum reinsortige Weine, sie wird häufig verschnitten Monastrell. Aus dieser Traube wird oft auch Traubensaftkonzentrat hergestellt. Als Traube ist Bobal in den Weinen „DO Utiel-Requena“ zugelassen.

Weissweine

  • Airen: Diese weiße Traubensorte nimmt mit über 300.000 ha die größte Anbaufläche in Spanien ein. Sie wird hauptsächlich in Kastilien–La Mancha angebaut, weil sie dank ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Trockenheit dort gut gedeihen kann. Diese Traube wird sehr stark auch für die Brandy-Herstellung verwendet oder mit anderen Traubensorten verschnitten.
  • Xarell-Lo (Pansa Blanca, Pardino): Diese Traube hat für die spanische Cava-Produktion eine große Bedeutung und wird daher vorwiegend in Katalonien im Gebiet „DO Penedes“ angebaut.
  • Macabeo: Die Weine aus der Traubensorte Macabeo sind typischerweise mit blumigem Bouquet ausgestattet und sind alkoholreich mit wenig Säure. Die Traubensorte Macabeo verträgt große Trockenheit und wird daher in vielen Regionen Spaniens angebaut. In Penedes entstehen zusammen mit Xarel-Lo und Parellada die Cavas, im Gebiet Rioja und Rueda entstehen daraus sortenreine, fruchtige Weine oder sie wird zusammen mit Airen oder Verdejo verschitten.

Billig und gut – geht das?

Bei der Suche nach günstigen Weinen (unter 4 EUR) haben ich bei einigen regionalen Weinhändlern etwa ein dutzend Rotweine eingekauft und mit einigen Freunden probiert. Die meisten der Rotweine möchte ich hier gar nicht erwähnen, denn wir haben sie nur probiert und allesamt gleich weggeschüttet. Schade, dafür waren selbst weniger als 4 EUR pro Flasche noch zu viel. Nur einen haben wir als akzeptablen Wein in der engeren Auswahl behalten.

Der Biowein  „Il Sole, IGT Veneto, 2008, Azienda Agr. Mont’Albano“ ist unserer Meinung nach ein passabler Tafelwein für weniger als 4 EUR, der den Erwartungen zumindest entsprochen hat. Er ist einfach, ohne besondere Merkmale, aber harmonisch. Wir (das sind insgesamt 7 Freunde und Familienmitglieder) geben dem Wein ein gute 6 auf der wine-check-Skala von 0 bis 10.

Insgesamt waren wir aber sehr enttäuscht von den probierten Weinen (alle unter 4 EUR). Gibt es tatsächlich keine akzeptablen Weine für wenig Geld, die zumindest als annehmbare Tafelweine zu bewerten sind? Wie sind Eure Erfahrungen?

Serie „Weintrauben“, Nr. 1: französische Weintrauben

Jedes Weinerzeugerland hat bevorzugte Weinsorten. Im Jahr 2009 wurden in Frankreich ca. 70% rote Traubensorten und 30% weisse Traubensorten angebaut von den insgesamt 846.000 ha.
Unter den Rotweinen machen die drei wichtigsten Traubensorten nahezu die Hälfte der Rotwein-Produktion (47,6%) aus:

  • Merlot (19,8% aller Rotweine)
  • Grenache (16,1% aller Rotweine)
  • Cabernet Sauvignon (11,7 aller Rotweine)

Ein Blick auf die Weissweinproduktion zeigt, dass die häufigste Weissweintraube – Ugni Blanc – für die Cognac-Produktion verwendet wird. Von den Trauben, die für Weissweine verwendet werden, sind die wichtigsten:

  • Chardonnay (25,3% aller für Weisswein verwendeten Trauben)
  • Sauvignon Blanc (15,2% aller für Weisswein verwendeten Trauben)
  • Melon de Bourgogne (7% aller für Weisswein verwendeten Trauben)

Quelle: FranceAgriMer – VINIFLHOR

Sancerre, Domaine des vieux pruniers, 2008

Diesen Weisswein aus 100% Sauvignon-Blanc haben wir im Restaurant genossen und waren so positiv überrascht, dass ich hier gleich eine Beschreibung veröffentlichen muss. Ein Weisswein mit einem fruchtigen Bouquet mit dezenten Tönen nach Passionsfrucht und Stachelbeere. Eine leuchtende helle Farbe besticht durch einen Hauch goldener Farbe, die Farbe ist klar und brillant ohne Tadel.
Der Geschmack zeigt eine äusserst gelungene Ausgewogenheit zwischen leichter Säure und samtigem, fruchtigem Geschmack. Seinen feinen Charakter zeigt der Wein im Abgang mit leichter Kräuternote.
Ein mehr als gelungener Weisswein, ausgewogen mit leichter Säure und feinem Charakter.
Dieser Wein erhält eine gute 9 auf der wine-check Skala von 0 bis 10, wir haben sogar noch gezögert, ihm eine glatte 10 zu geben.

Simonsvlei Premier Chenin Blanc, 2010

2010 simonsvlei chenin blanc

Dieser südafrikanische Weisswein aus der Paarl-Gegend glänzt auf den ersten Blick vor allem mit einer „vornehmen Blässe“. Er ist so hell, dass man die Betonung der Traube Chenin Blanc vor allem auf das „Blanc“ beziehen kann. In der Nase entlädt sich dann ein Feuerwerk an tropischen Früchten sowie Apfel-, Birnen- und Ananas, das seinesgleichen sucht.
Der Geschmack ist unauffällig und einfach, fast ein wenig enttäuschend, man hätte nach diesem Bouquet mehr erwartet. Die angegebenen 4,5g/l Restzucker und 5,8g/l Säure ergeben einen ausgewogenen, wenig komplexen Geschmack mit einem kaum vorhandenen Abgang.
Ein unkomplizierter Wein für sommerliche Vorspeisen, der sein phänomenales Bouquet mit einem eher verhaltenen Geschmack paart. Wir geben diesem Wein am 14. Juni 2010 in unserer Runde eine 5,5 auf der wine-check-Skala von 0 bis 10.

Malbec – die argentinische Diva der Weintrauben

Artikel Nr. 5 zur FIFA-WM 2010

Alte Traube in der neuen Welt

Ursprüngliche Heimat des Malbec ist Frankreich, wo diese Traube auch heute noch im Bordeaux-Gebiet und in andern Weinregionen im Süden angebaut wird. Sie wird häufig zusammen mit Merlot gekeltert, da der Malbec alleine einen sehr intensiven und durchaus eckigen Charakter haben kann.
Die grösse Anbaufläche des Malbec befindet sich heute in Argentinien, wo diese Rebsorte beste Bedingungen findet, denn diese Traube ist frostanfällig. In Argentinien werden viele reine Malbec-Weine hergestellt, die eine intensiv dunkle schwarzrote Farbe besitzen und sehr körperreich sind. Diese Weine finden viele Liebhaber unter jenen, die volle, intensive Weine mit starkem, beerigen Bouquet und vielfältigem Geschmack sowie langem Abgang mögen.

Malbec in der alten Welt

Diese Traubensorte wird weiterhin in Frankreich (Bordeaux, Languedoc, Loire) angebaut, aber auch in Italien in der Toskana keltert die Fattoria Aldobrandesca einen 100% Malbec.

FIFA WM 2010: Schweiz – Spanien

Artikel Nr. 4 zur FIFA-WM 2010

David schlägt Goliat

Heute spielt Spanien gegen die Schweiz bei der FIFA-WM, beides sind Weinländer. Spanien ist der klare Favorit, im internationalen Fussball und in der internationalen Weinwelt. Aber auch die kleine Schweiz bietet interessante Weine, die allerdings fast ausschliesslich im eigenen Land getrunken werden. Die Weissweine aus dem Kanton Waadt (Vaux) und Wallis (Valais) sind all jenen bekannt, die im Winter beim Skifahren schon mal Fondue oder Raclette genossen haben.
Aber auch die Rotweine aus der Schweiz können sich sehen lassen.

Chateau du Crest

Ein Weingut, das sowohl typische Weissweine als auch Rotweine herstellt, ist das Chateau du Crest in Jussy im Kanton Genf. Hier werden typische Weissweine wie etwa der Chateau du Crest Sauvignon oder auch der Chateau du Crest Assemblage Blanc (aus 50% Chardonnay, 25% Aligote, 25% Pinot Blanc) gekeltert. Aber bemerkenswert ist auch der Rotwein Chateaux du Crest Premium Rouge (60% Merlot, 30% Gamaret und 10% Cabernet). Wer die Gelegenheit hat, die wunderschönen Weindörfern rund um Genf zu besuchen, der sollte unbedingt auch einen weniger bekannten Rotwein aus der Gegend probieren, es wird eine Überraschung sein.

Vinho Verde – ein Sommermärchen

Artikel Nr. 3 zur FIFA-WM 2010

Heute am 15. Juni  können wir das WM-Spiel Portugal : Elfenbeinküste ab 16 Uhr mitverfolgen. Zu erwähnen ist, dass sich beide Mannschaften zum ersten Mal überhaupt in der FIFA Geschichte gegenüber stehen.

Unser Favorit ist ganz klar ein leichtfüßiger, frischer Allrounder aus dem Norden Portugals: der Vinho Verde, was wörtlich so viel bedeutet wie „Grüner Wein“. Die Namensherkunft stammt allerdings nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, von seiner Farbe, denn Vinho Verde gibt es ebenfalls als Rot- und Roséwein. Vielmehr stammt seine Bezeichnung von der satten, grünen Landschaft der Minho-Region, einer DOC-Region an der nördlichen Atlantikküste Portugals. Neben den ausgezeichneten Portweinen des Landes gilt der Vinho Verde als DER Klassiker schlechthin. Seine feine, fruchtige Note enthält vielfach Aromen von Zitrusfrüchten und frisch gepflückten Wiesenblumen. Seine Leichtigkeit gepaart mit der spritzigen, oft unterschiedlich ausfallenden Perlage versetzt uns sofort in heitere Urlaubsstimmung. Klassischerweise wird der Vinho Verde aus den Trauben Alvarinho, Avesso, Loureiro oder Treixadura gekeltert. Durch den geringen Alkoholgehalt von 8-11 Vol. % erfreut er sich vor allem als Sommerwein wachsender Beliebtheit.

Was ihr von diesem Spiel zu erwarten habt, können wir leider nicht voraussagen. Wir wünschen euch aber ein spannendes, spritziges Spiel!